Das Dopamin-Experiment. Auf dem Weg zu wahren Glücksgefühlen.

Durch Zielsetzung und Visualisieren zum Dopaminkick

Was ist eigentlich so großartig daran, sich Ziele zu setzen und sich immer wieder vorzustellen, wie es sich anfühlt, wenn man dieses Ziel erreicht haben wird? Macht uns das wirklich glücklich? Und welche Rolle spielt dabei das Glückshormon Dopamin?

Jeder, der sich schon ein wenig mit der Materie beschäftigt hat, wird in diesem Zusammenhang den Begriff des Visualisierens kennen. Aber ich will hier auf etwas anderes hinaus und zwar auf das WARUM. Warum tut man sich das an, dass man freiwillig aus seiner Komfortzone kommt. Warum setzt man sich Ziele und tut dann alles dafür, insbesondere auch anstrengende Dinge, um diese Ziele zu erreichen? Ein wichtiger Schlüssel zu der Antwort steckt in dem Glückshormon Dopamin.

Endlich habe ich das, was ich wollte. Bin ich glücklich?

Eines noch vorweg: Ich finde es beeindruckend, wenn man Weisheiten aus der Antike, dem Mittelalter oder sonst einer längst vergangenen Epoche auf einmal durch moderne Wissenschaft bestätigt sieht. Ein aktuelles Beispiel dafür habe ich bei der Lektüre des Buches Leben mit Hirn von Sebastian Purps-Pardigol gefunden. Das Buch ist im August 2021 im Campus Verlag erschienen, also Stand heute wirklich sehr aktuell. Er schreibt: „Es ist nicht die Erfüllung des Glücks selbst, sondern das Streben nach dem Glück, das Dopamin in unserem Kopf ausschüttet.“

Endlich habe ich, was ich wollte? Bin ich jetzt glücklich?

Diese Aussage kam mir bekannt vor. Die hatte ich doch in etwas anderer Form kürzlich erst in einem anderen Buch gelesen: „Endlich habe ich das, was ich wollte. Bin ich glücklich? Nicht wirklich. Aber was fehlt? Meine Seele dürstet nach der reizvollen Aktivität, die das Begehren auslöst … Oh, wir sollten uns nichts vormachen – das Vergnügen liegt nicht im Haben, sondern im Streben.“ Diese Aussage stammt von dem Aufklärer Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais (1732-1799) und wurde im Buch Die Gesetze der menschlichen Natur von Robert Greene zitiert.

Das Geheimnis des Glücksbringers Dopamin

Wenn sich eine Aussage (und man liest sie sinngemäß in verschiedenster Literatur) über mehrere Jahrhunderte hält, dann muss ja was dran sein. Aber was und warum? Dazu beschreibt Sebastian Purps Pardigol in seinem Buch Leben mit Hirn die Erkenntnisse des Stanford-Neurowissenschaftlers Robert Sapolsky.

Das Dopamin-Experiment

Er entdeckte, wann genau das Glückshormon Dopamin in unserem Gehirn freigesetzt wird. Dazu unternahm er ein Experiment mit Affen, denen er ein akustisches Signal gab. Vorher hatte er ihnen beigebracht, dass, wenn sie den Ton hören, auf eine Taste drücken müssen, um eine Belohnung in Form von Essen zu erhalten. Nur, immer wenn sie die Belohnung erhielten und sich diese in den Mund steckten, geschah mit ihrem Dopaminspiegel GAR NICHTS.

ABER: beim vorherigen Ertönen des Signals wurden ihre Gehirne mit Dopamin regelrecht überflutet. „Die Antizipation, dass sie gleich etwas tun könnten, das zu einer Belohnung führen würde, war entscheidend und nicht die Belohnung selbst!“

Dopamin sei Dank! Vorfreude ist die schönste Freude.

Bezogen auf uns Menschen sei diese Dopamin-Ausschüttung in unserem Hirn manchmal so groß, dass wir gar nicht anders könnten, als uns alles im Detail vorzustellen. Dies könne die eigene Hochzeit, die Präsentation eines wichtigen Projekts vor wichtigen Menschen oder ein lang geplanter und ersehnter Urlaub sein. Wahrscheinlich steckt in dem o.g. Experiment auch ein Stück des Ausspruchs „Vorfreude ist die schönste Freude“. Jedenfalls schreibt der Autor weiter: „Die Menge des Dopamins, das sich meist noch mit etwas Adrenalin mischt, zwingt uns geradezu, alles im Detail zu durchdenken. Doch anders herum gelingt es genauso: Das bewusste detailreiche Visualisieren von dem, was uns alles durch das Erreichen des Ziels möglich wird, schüttet Dopamin aus und unsere neuronalen Netzwerke fahren hoch.“

Der Dopamin-Jackpot. Vorfreude ist die schönste Freude.
Wie wird es sich anfühlen, wenn ich das bekomme, was ich mir wünsche? Visualisieren bzw. das Antizipieren von Erfolg und Belohnung beschert uns bereits Glücksgefühle.

So funktioniert der persönliche Dopaminkick

Ich habe mir diese Erkenntnis in letzter Zeit besonders nutzbar gemacht, indem ich immer dann, wenn mich der innere Schweinehund von der Arbeit an meinen Zielen abzubringen versucht, ich umso intensiver das „Erreicht haben“ meiner Ziele visualisiere. Auf diese Weise kann ich mir einen ordentlichen Dopamin-Kick abzuholen. Der verschafft mir nicht nur ein Glücksgefühl, sondern auch Motivation. Und ich darf behaupten, dass es schon erfreulich oft funktioniert hat. Im Prinzip wie bei den Affen von Robert Sapolsky: Ich weiß, dass wenn ich das Signal höre, ich gleich etwas tun kann, was zu einer Belohnung führt. Somit kann ich im Prinzip jede vermeintlich anstrengende Aufgabe in eine Tätigkeit umdeuten, die mich meiner Belohnung näher bringt. Diese Tätigkeit gehe ich dann umso lieber an, denn ich habe die freudige Erwartung, dass dann was super Gutes passieren wird.


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